Sternenzelt für trauernde Kinder und ihre Angehörigen bietet familienorientierte Trauerbegleitung nach dem Tod eines Elternteils an.
Kostenfrei, vertraulich und offen für alle.
Übersicht: Sternenzelt in Frankfurt
FAQs / Infos für Familien
- In der Klinik wurde mir heute gesagt, dass mein Mann bald sterben wird. Wie bereite ich mein sechsjähriges Kind auf den bevorstehenden Tod vor?
Gerne unterstützen wir Sie dabei, sich im Vorfeld klar zu werden, wie und mit welchen Worten Sie mit ihrem Kind sprechen möchten. Kinder spüren, wenn ihnen etwas vorenthalten wird und sind dadurch oft verunsichert. Daher ist gerade jetzt so wichtig, ihrem Kind zu signalisieren: Ich bin für Dich da, ich nehme Deine Fragen ernst und ich bin ehrlich zu Dir. Wenn Sie ihm in kindgerechten Worten erklären, was passieren wird bieten Sie ihrem Kind wichtige Orientierung und es entsteht weniger Raum für ängstigende Fantasien rund um Krankheit, Sterben und Tod. Gerne überlegen wir auch mit Ihnen, wie Sie die kostbare Zeit als Familie noch gemeinsam nutzen können und ihrem Kind die Chance geben aktiv daran teilzuhaben. - Meine Partnerin und Mutter unseres 8-jährigen Sohnes ist vor einem halben Jahr gestorben. Äußerlich zeigt mein Sohn kaum Trauer. Ich mache mir Sorgen, dass er den Tod nicht richtig verarbeitet. Braucht er jetzt eine Psychotherapie?
Trauer ist vor allem ein individueller und natürlicher Prozess, der zunächst keine „psychische Störung“ ist und als solche automatisch behandelt werden muss. Was meinen Sie mit er zeigt keine Trauer? Denken Sie hier an Traurigkeit? Kinder zeigen Trauer anders als Erwachsene: Häufig punktuell (sogenannte „Trauerpfützen“), eher auf der Ebene des Verhaltens (bspw. Trennungsängste, gereiztes Verhalten oder Rückzug), über den Körper (bspw. Kopfschmerzen, Müdigkeit, oder Bauchschmerzen) oder im Tun (im Spiel, mittels Symbolen – für sich allein). Sie, als Vater, können ihrem Sohn ein hilfreiches Rollenvorbild sein, indem Sie ihm vorleben, wie Sie mit Ihren Trauergefühlen umgehen, diese zulassen und offen darüber sprechen, sie einordnen. So lernen Kinder, wie dieses überwältigende Erleben, dem wir oftmals völlig sprachlos gegenüberstehen, im Kreise nahestehender Personen dazugehören darf.
Kinder nehmen sich oft auch im Beisein der Trauernden in ihrer Familie zurück, um sie dadurch nicht zusätzlich zu belasten. In einem persönlichen Gespräch könnten wir hier weiter einsteigen, damit Sie gut im Kontakt bleiben. Es kann darüber hinaus hilfreich sein, sich in einem geschützten Rahmen mit gleichbetroffenen Kindern und Eltern auszutauschen und die Erfahrung zu machen, mit diesem Verlust nicht allein zu sein und verstanden zu werden. Gerne laden wir sie zu einem Schnuppertermin in einer unserer Kinder- und Elterntrauergruppen ein.
- Meine 11-jährige Tochter will nicht, dass ihre neuen MitschülerInnen wissen, dass ihr Vater gestorben ist und will in der Schule auch nicht darauf angesprochen werden. Ist das sinnvoll?
Kinder und Jugendliche brauchen und wünschen sich auch „trauerfreie Orte“. Sie wollen einfach im hier und jetzt sein dürfen und nicht als besonders oder bemitleidenswert wahrgenommen werden. Es wird aber auch Situationen im Schulalltag geben, in denen sie schmerzlich vermissen, sich überfordert fühlen und über die es sich lohnt im Vorfeld aktiv und gemeinsam nachzudenken. Beispielsweise: Schulfeste, bei der ein Elternteil fehlt – wer kann als zweite Erwachsene Person mitkommen? Wie kann ich mich trotzdem mit dem Verstorbenen verbunden fühlen? Was kann und will ich sagen, wenn mich doch jemand auf meinen Verlust anspricht? Wünsche ich mir vielleicht eine eingeweihte MitschülerIn oder Lehrkraft? Es ist wichtig Kinder und Jugendliche darin zu unterstützen ihre individuellen Trauerbedürfnisse wahrzunehmen und sie darin zu stärken mehr und mehr selbst-wirksam dafür eintreten zu können.
Kontakt
- Ansprechpartner*in:
Dipl. Psych. Claudia Vormann (Leitung Sternenzelt) - Adresse:
Die offene Sprechstunde findet in Räumen im Ev. Zentrum für Beratung Am Weißen Stein statt:
Eschersheimer Landstraße 565-567
60431 Frankfurt am Main - Telefonnummer:
0157 – 34 73 25 64 - E-Mail:
sternenzelt(at)ekhn.de
Öffnungszeiten
- Wir bieten betroffenen Familien zeitnah Beratung und Trauerbegleitung an. Sie erreichen uns über das Sternenzelt-Telefon und jemand vom Team ruft zeitnah zurück.
- Zusätzlich: Offene Sprechstunde für trauernde Familien und Fachkräfte:
Immer Mo: 12:00 – 15:00 Uhr
im Ev. Zentrum für Beratung Am Weißen Stein
Eschersheimer Landstraße 565-567, 4. OG
Um eine kurze Anmeldung über sternenzelt(at)ekhn.de wird gebeten
Angebote und Fachbereiche
- Trauerbegleitung von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien in den ersten Wochen nach dem Tod eines Elternteils und darüber hinaus
- Beratung von Eltern, Freunden, Nachbarn rund um die Themen Kindertrauer, Abschied, Tod um Sterben, um (wieder) handlungsfähig zu werden und die trauernde Familie zu stärken
- Trauergruppen für Kinder (5-8 Jahre + 9-13 Jahre und 13-16 Jahre) und parallel stattfindende Elterngruppen
- Fachdienst für Kinder und Familientrauer für psychosoziale Fachkräfte
- Sternenzelt – Familienfreizeiten
- Broschüre: „Einblicke in unsere Arbeit“
- Flyer Sternenzeltangebote
Wir können unsere Kinder nicht vor Verlusten und tiefer Trauer bewahren – aber wir können in Frankfurt eine Menge dafür tun, dass Kinder, trotz des frühen Todes von Mutter oder Vater, gesund groß werden können.
Mit Sternenzelt bieten wir Frankfurter Familien nach dem Tod eines Elternteils eine Anlaufstelle, um ihnen das Trauern zu erleichtern und in dieser verunsichernden Zeit gut begleitet zu werden.

Die inhaltliche Verantwortung
Die Ämter und Betriebe der Stadt Frankfurt am Main sowie alle anderen hier vorgestellten Organisationen zeichnen für ihre redaktionellen Inhalte auf www.frankfurter-familienmesse.de verantwortlich und sind gerne behilflich. Bei inhaltlichen Fragen oder Anregungen können Sie sich deshalb gerne an die, auf der jeweiligen Seite in der rechten Spalte unter „Kontakt“, benannte Stelle wenden.







